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Südtirol - Tour zum Stilfserjoch, Ofenpass, Samnaun
BeitragVerfasst am:
MP3FreakCharly
 
Anmeldedatum: 18.04.2010
Beiträge: 122
Wohnort: Merzig





Heute wollen Heinz, Thomas und der Charly über Trafoi die Nordostpassage zum Stilfserjoch hoch. Andreas und Sven fahren in das schöne Städtchen Merano.

Das Stilfserjoch kann entweder vom Münstertal den Umbrail hoch (siehe Tour 3) oder von Bormio über den Umbrail erreicht werden. Eine weitere Variante,
die wir heute in Angriff nehmen, ist die anspruchsvolle Nordostpassage über Trafoi. Hier sind 48 Spitzkehren und 1400 Hm zu bewältigen. Auf dem Bild links
oben ist die Spitzkehre die 48. (oder die 1. je nach Richtung). Rechts sind zwei Spitzkehren gerade noch sichtbar. Die sieht man auf dem zweiten Bild links.

In diese Richtung geht es am Reschensee vorbei nach Meran und Bozen in Südtirol sowie über den Ofenpass nach St. Moritz und über Prad zum Stilfserjoch.

Wir fahren am Reschensee vorbei. Der künstlich angelegte Stausee mit 677 Ha ist aus dem Reschen- und Mittersee entstanden, ca. 6 km lang und ca. 1 km breit.
Schon 1939 wurde damit begonnen einen Stausee zur Stromerzeugung anzulegen und 1950 wurde der Wasserspiegel noch einmal um 22 m erhöht. Dabei wurde

das gesamte Dorf Graun, ein Großteil des Dorfes Reschen sowie die uralten Weiler von Arlund, Piz, Gorf und Stockerhöfe in den Fluten des Stausees versenkt.
Der Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert ist das einzige Überbleibsel von Alt-Graun. 165 Häuser wurden gesprengt und 523 Ha unter Wasser gesetzt. (Wikipedia)

Wir fuhren an dem -am Reschensee anschließenden- Haidersee vorbei. Hinten sieht man die weißen Kuppen des Ortlergebirges.

Vom Haidersee im Vintschgau fuhren wir bei Burgeis an der Benediktinerabtei Marienberg und der Fürstenburg vorbei und weiter nach Schluderns und Mals.

Über Glurns fahren wir von Prad schon mit ca. 8 % Steigung die Straße hoch. An der Stilfserbrücke am Suldenbach besprechen wir die bevorstehende Auffahrt.

Im Trafoier Tal, vor uns das Ortlergebirge, geht es vor dem Hotel Bella Vista scharf rechts weiter hoch in die erste Spitzkehre und nach ca. 300 m in die zweite.

Weiter geht es am Hang des Piz Minschuns (2935 m) und der Furkelspitze (3004 m), auf einer langen und schmaler werdenden Straße an Trafoi vorbei hoch.
Es versteht sich von selbst, dass auch hier keine Wohnanhänger hoch dürfen. Links die Tschenglser Hochwand und vor uns das Restaurant "Zum weißen Knott".

An hochfahrenden Radrennfahrern vorbei, die eine Pause einlegen. Das Ortlergebirge im Blick, geht es auf leicht kurviger Straße an Felsen und Mauern vorbei.

Nach dieser Rechtskurve wartet schon die nächste Spitzkehre auf uns. Vor uns ist ein Motorrad mit Sozius, das uns überholte. Heinz ist schon in der Spitzkehre.

Links ist ein Teil des Ortlers und der Monte Scorluzzo zu sehen. Bei 1/3 der Höhe machen wir auf einem Seitenstreifen eine Pause und sehen uns den Aufstieg an.

Mit Blick auf die Ortlergruppe schauen wir am Hang der Furkelspitze dem Treiben der herab- oder hinauffahrenden Fahrzeuge zu.

Ein Blick auf die Hochleitspitze, die wir schon ab Trafoi sahen und das Treiben auf der Straße. Fahrradfahrer mit 6 km/h und 60 km/h - dazwischen die Biker.

Ein reges Treiben hier auf der Nordostpassage. Wir waren beeindruckt von der Vielfalt der hier hoch oder runter fahrenden Fahrzeuge. Auch wir fahren weiter.

Eine Rechts- bzw. Linkskehre folgt der nächsten und das 24 Mal. Das bedeutet 48 Mal: Schauen-Gasgeben-Bremsen-Kurve. Bereits auf der Geraden
muss man nach Gegenverkehr schauen, um entsprechend reagieren zu können. Wenn niemand kommt, kann man einen größeren Radius fahren.
Sonst muss man langsam fahren und die Kehre dabei ziemlich eng nehmen. Und immer daran denken: der Herunterfahrende hat Vorrang!

Manche ausgebauten Kehren werden von den Bikern gerne zur Pause genutzt. Es gibt auch Seitenstreifen zum Anhalten. Wir sind gleich an der Franzenshöhe.

Wir sind auf halber Höhe der Stilfserjochstraße in einer Rechtskehre und sehen das Berghotel Franzenshöhe (2188 m) hinter der Begrenzungsmauer auftauchen.

Das Grün der Bäume weicht einer kargeren Umgebung. Vor der Kehre überholt uns ein Cruiser mit Sozius und schert knapp vor Heinz wieder ein.

Auf einer langen Geraden ohne Steigung fahren wir mit anderen Bikern hinter einem LKW her. Dieser versorgt die oben angesiedelten Geschäfte, Hotels u.s.w.

Einige Biker kommen uns entgegen und grüßen auch. Viele Radfahrer sind uns schon begegnet; mit Respekt vor dieser Leistung fahren wir an ihnen vorbei.

Bei dieser Auffahrt sind zwischen den Kehren unterschiedlich lange Abschnitte. Oben ist das Tibethaus schon zu sehen. Jetzt geht es weiter in Serpentinen hoch.

Auf der ganzen Strecke sind Ausweichmöglichkeiten vorhanden. Oben rechts ist auch schon die Passhöhe zu erahnen. Wir sind aber erst an der Kehre 38.

Die Straße wird schlechter und wir erreichen die Kehre 39. Das Tibethaus auf 2.800m ist oben links jetzt besser zu erkennen. Das Ziel rückt immer näher.

Das Wetter ändert sich, warme Kleidung ist hier ratsam. Wir nähern uns wieder einem Radfahrer, den wir auch mit Respekt überholen. Heinz ist schon vorbei.

Nun folgt die Kehre 41 - oben rechts neben den Masten die Passhöhe und rechts sind wir vor der Kehre 42. Oben sieht man die Mauer der Passstraße.

Heinz fährt in die letzte Rechtskehre die 47. Wir sind noch einige Hundert Meter von der 48. entfernt. Das weiße Schild ist dort schon zu sehen.

Es kommt nun die letzte Linkskehre, die 48te. Diese Biker wollen da runter, wo wir gerade her kommen. Nur noch diese langgezogene Kurve und wir sind oben.

Noch ca. 100 Meter, die Tour de France und der Giro d´Italia führten auch schon einmal hier über diesen Pass. Oben kommt mir ein Wohnmobil entgegen.

Wir sind oben auf 2757 m am Stilfserjoch. Schon bei der Einfahrt sieht man die Bikes links und rechts am Straßenrand stehen. Einige beobachten meine MP3.

Am Hang der Furkelspitze (3004 m) erreichen wir das Stilfserjoch. Durch das Trafoier Tal und auf der Stilfserjochstraße mit 8%-15% Steigung und 48 Spitzkehren.

Auf dem unteren Parkplatz machen wir halt; Heinz schaut nach seiner Burgman. Hinten sind der Bergkamm vom Umbrail und das Hotel Folgore zu sehen.

Dieses Sportcoupé haben wir schon einmal gesehen; als wir vor der Franzenshöhe eine Pause eingelegt haben ist der an uns vorbeigefahren. Wir gehen hoch.

Wir haben Freitag 11:30 Uhr. Hier ist sehr viel Betrieb und immer Bewegung auf dem Pass. Einer kommt und einer fährt. Wir schauen uns das Schauspiel an.

Wir gehen nach vorne an die Seite an der wir hochgefahren sind und wollen uns die Auffahrt noch einmal anschauen. Wir sind oben auf dem Stilfserjoch.

Hier sehen wir uns in Ruhe die Spitzkehren und die ab- bzw. auffahrenden Fahrzeuge an. Unser Leader Heinz ist hier in seinem Element. Auch Thomas freut sich.

Den Berggasthof Tibethaus auf 2800 m sahen wir schon als kleinen Punkt bei der Auffahrt. Die Autos und Bikes fahren langsam zwischen den Fußgängern durch.

Es ist sehr viel Betrieb hier. Souvenirs, Souvenirs… Ein Stand neben dem anderen. Restaurants, Hotels, Würstchenbuden - für jeden ist etwas dabei.

Nachdem wir oben waren, habe ich meinen Bruder angerufen, der auch schon mal hier war. Das erste was er mich fragte: „Hast du schon eine Wurst gegessen?“

Wir machten das sofort. Der Wurstverkäufer animiert seine Kunden. Der Brotfladen ist geröstet, die Rindswurst in Streifen geschnitten und darauf Sauerkraut.

Auch gestylte Maschinen sind anzutreffen; hier oben ist alles vertreten. Ich habe auch einen mit einer 50ger gesehen. Überall stehen die Maschinen.

Überall Bikes. Heinz und wir sehen uns die Maschinen an. Die rote Harley fährt den Umbrail hinunter. Wir wollen auch dort runter und gehen zum Parkplatz zurück.

Ständig ist Bewegung auf der Straße; die Biker und PKWs fahren aber langsam. Wie gesagt: hier ist einiges vertreten auch Oldtimer.

Vom unteren Parkplatz noch ein Blick zur Passhöhe, ehe wir den Umbrail hinunter fahren zum Münstertal. So eine GS 1200 hat auch mein Bruder.

Mit dem Umbrail vor Augen machen wir uns auf den Weg nach unten. Es geht jetzt an der Ital. und Schweizer Zollstation vorbei .

In Kehren und Geraden fuhren wir am Schnee vorbei vom Stilfserjoch hinunter. Links der Umbrail und vor diesem geht es rechts ab in das Muraunzatal.

Da ist schon der Ital. Zoll, gleich kommt der Abzweig. Links geht es nach Bormio, wir fahren aber nach rechts in das Val Muraunza am Umbrail entlang hinunter.

Auf 2503 m hält ein Radfahrer; ohne anzuhalten fahren wir langsam durch den Schweizer Zoll. Auf schön ausgebauter Straße geht es weiter.

Hier den Umbrail hinauf oder die Nordostpassage hoch; das ist auch für die Radfahrer eine große Herausforderung und das können nur wenige.

Wir sind noch auf ca. 2000 m und hier ist noch Schnee zu sehen, der aber immer mehr abnimmt und in eine grüne Landschaft umwechselt.

Der Schnee in den Schatten der Berge hält sich länger, verschwindet aber auch langsam. Rechts ist schon das grüne Tal zu sehen. Da geht es gleich hinunter.

Vereinzelt noch Schneereste fahren wir jetzt im grünen Tal weiter nach unten. Nach der Brücke wechseln wir auf eine befestigte Schotterstraße.

Weiter unten fahren wir durch ein mit Nadelbäumen besetztes Waldgebiet. Heinz hat vor der Schranke angehalten. Es fährt ein Porsche an uns vorbei.

Wir fahren aus dem Muraunzatal in das Münstertal zu dem Schweizer Ort St. Maria Val Mustair. Von dort wollen wir zum Ofenpass, den man schon sehen kann.

In Santa Maria Val Mustair fahren wir zum Ofenpass auf sehr gut ausgebauter Straße, zuerst in Kurven mit leichter Steigung, später in Kehren und 10% Steigung.

Wir sind auf dem Ofenpass im Schweizer Kanton Graubünden auf 2149 m. Der Name „Pass dal Fuorn“: hier wurde in der Umgebung früher Eisenerz geschmolzen.

Wir gehen in das Restaurant um eine Kaffeepause einzulegen. Das Restaurant war gut besucht, das Ambiente war ansprechend und die Bedienung sehr nett.

Hier soll vor einigen Jahren ein Braunbär gesichtet worden sein, obwohl die schon in der Schweiz als ausgestorben galten. Ihm ist ein Denkmal gesetzt worden.

Über Zernet, Susch und Scoul fuhren wir durch den unteren Engadin nach Martina. Von dort geht es durch sehr schmale Tunnel zur zollfreien Zone Samnaun.

Wir sind hinter Martina von der 27 links hoch, durch sehr schmale - in den Berg gehauene - Tunnel gefahren, in denen jeweils nur Platz für ein Fahrzeug ist.

Nach dem zollfreien Einkauf genehmigten wir uns noch einen Eisbecher. Wir waren nicht schlecht erstaunt über den Preis = 9 €

Nach dem „Eisgenuss“ gingen wir zurück zum Parkplatz und trafen einen Einheimischen mit dem wir fachsimpelten. Wir machten uns zur Weiterfahrt fertig.

Wir fuhren von Samnaun, das auch ein bekanntes Skigebiet ist, die Parallelstraße hinunter, die weniger Tunnel aufzuweisen hatte und breiter war.

Durch Spiss ging es durch und immer weiter hinunter; man kann schon den Kirchturm von Gstalda sehen.

Am Hang des Kreuzjoch geht es an einem Haus in leicht geschwungenen Kurven und durch breitere Tunnel hinunter in das Inntal nach Österreich.

Es ist nicht mehr weit zum Quartier. Noch hinunter zur Katjestanbrücke sowie in Richtung Hochfinstermünzpass.

An der Katjestanbrücke über den Inn und auf die 180, dort geht es wieder hoch über den Hochfinstermünzpass. Heinz ist bereits in der Arkade.

An der Festung vorbei aus dem Jahre 1840, heute ein Militärmuseum, in dem auch Ausstellungen zu sehen sind: Verkehr zum Reschenpass u. Modellbau Nauders.

Von links kommend, am Hang des Schmalzkopf unten der Inn (hinter den Birken) fuhren wir durch die Arkaden und Tunnel des Hochfinstermünzpass.

Wir sind gleich in Nauders mit der Naudersburg. Sven und Andreas sind auch schon aus Meran zurück. Es war eine sehr interessante und anspruchsvolle Tour.

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Allen Bikern, fern und nah
allzeit gute Fahrt, wünscht Charly aus Merzig an der Saar
Südtirol - Tour zum Stilfserjoch, Ofenpass, Samnaun
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